Clonmacnoise (County Offaly)
Das
Kloster Clonmacnoise ist eines der Highlights auf jedem anständigen
Besuchsprogramm. Der Name übersetzt bedeutet soviel wie
"Wiese der Söhne von Nos". Zu seinen Glanztagen
war Clonmacnoise eines der bedeutendsten geistlichen und handwerklichen
Zentren der Grünen Insel.
Die Anlage ist heute eine der populärsten Touristenattraktionen
Irlands.
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Navigation:
- Glendalough
- Kells
- Auf dem Shannon
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Das Areal ist idyllisch gelegen am Ufer des Shannon, nicht weit entfernt
von Athlone mitten im Herzen der Grünen Insel. Rein technisch liegt
es in der Grafschaft Offaly allerdings ziemlich genau an der Grenze
zu Westmeath. Von Dublin aus erreicht man es ohne größere
Probleme innerhalb von 2 Stunden.
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| Ein Wald von Hockreuzen |
Clonmacnoise
ist nicht ohne Grund so populär. Von seiner einstigen Bedeutung
einmal abgesehen, hat es dem interessierten Besucher auch heute noch
einiges zu bieten.
Da
wären zum einen die beiden fast schon obligatorischen, in diesem
Falle aber ganz besonders gut erhaltenen Rundtürme. Daneben gibt
es eine Kathedrale und sieben Kirchen aus dem 10. - 13. Jahrhundert,
drei prächtigen Hochkreuze und die größte Sammlung frühchristlicher
Grabsteine in ganz Westeuropa. Außerhalb des eigentlichen Klostergeländes
gibt es sogar noch die Überreste eines normannischen Forts zu bewundern.
Nicht vergessen wollen wir das kleine aber durchaus feine Museum im
Besucherzentrum. Dort findet sich auch das Original des "Cross
of the Scriptures". Daneben gibtes audiovisuelle Touren die sich
mit der Geschichte des Ortes befassen, selbst über die Umgebung
lernen wir etwas.
Während
man durch die Anlage streift, hat man freie Sicht auf den Shannon, der
sich gemächlich an Clonmacnoise vorbei wälzt. Ansonsten ist
es grün soweit das Auge reicht. Schließlich sind wir in Irland.
Gegründet
wurde das Kloster im 6. Jahrhundert, 548 um ganz präzise zu sein.
Soweit wir wissen geht diese Gründung auf den heiligen Ciarán
zurück. Viel Glück brachte ihm das Unternehmen nicht. Er verstarb
vier Jahre später. Immerhin hatte er mit der Wahl des Ortes ein
glückliches Händchen bewiesen. Clonmacnoise liegt an eine
der bedeutendsten Wegkreuzungen im Herzen Irlands und hatte mit dem
Shannon zusätzlich noch die wichtigste Wasserstraße der Grünen
Insel vor der Haustür. Clonmacnoise wurde nicht nur zu einem geistlichen
Zentrum der Insel sondern auch einem handwerklichen.
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| Ruinen und
Kreuze - alles was das Herz begehrt |
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| Clonmacnoise
hat die größte Sammlung von frühchristlichen Grabsteinen
in Westeuropa |
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| Ein Bruder
instruiert die Steinmetze |
Es gibt
zahlreiche Schriftstücke, in denen die Bedeutung des Ortes herausgestrichen
wird. Ein ganz besonderer Exportschlager waren angeblich Bischofsstäbe.
In Anbetracht der üblicherweise geringen Bischofsdichte überrascht
das etwas, aber natürlich weiß ich auch nicht, was die irischen
Bischöfe so mit ihren Stäben getrieben haben. Vielleicht war
der Verschleiß einfach sehr hoch.
Bekannt
war Clonmacnoise auch für seine Reliquienbehälter und natürlich
die Grabsteine und Platten. Aus dem Besucherzentrum stammt die Aufnahme
links, die zeigt, wie ein Geistlicher die Steinmetze instruiert. In
dem Falle scheint er Anweisungen zu geben, wie er sich das "Kreuz
der Inschriften" (Cross of the Scriptures) vorstellt. Wie gesagt,
das kleine Museum ist ganz witzig gemacht und lohnt den Rundgang schon
wegen der Originalkreuze, die dort untergebracht sind.
Seinen
Höhepunkt erreichte Clonmacnoise im 12. Jahrhundert, danach ging
es dann allerdings relative rapide bergab. Schuld waren - eifrige Leser
meiner Seiten ahnen das - zunächst einmal die Wikinger, dann kamen
die Normannen und schließlich die bösen Engländer.
Die
Normannen plünderten und brandschatzten nicht nur, sie errichteten
auchgleich noch eine kleine Feste. Die Überreste finden sich direkt
vis-a-vis des Einganges zum Kloster. Als die Engländer 1552 kamen,
hatte Clonmacnoise seine besten Tage längst hinter sich, trotzdem
widerstand man dem Feind für rund 100 Jahre. Schließlich
war es der in diesem Zusammenhang schon häufig erwähnte Oliver
Cromwell, der dem Treiben ein Ende setze. Auf sein Geheiß wurde
das Kloster verwüstet, ein Schicksal dass es mit den meisten Klöstern
in Irland teilt.
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| Interessante
Details |
Wer
in Clonmacnoise gewaltige Kirchenruinen erwartet, wir enttäuscht
werden. Die Klosterbrüder protzten nicht mit Größe.
Viel mehr als ein paar Mauern stehen ohnehin nicht mehr, dem Charme
des Ortes tut das aber keinen Abbruch. Er ist etwas Besonderes und das
erschließt sich auch Heiden und Agnostikern wie uns. Wenn man
durch die Anlage streift, wandelt man durch einen ganzen Wald von Hochkreuzen.
Fans werden daran sicher ihre Freude haben.
Ein
üblicher Sport ist es ja, die Daten auf den Kreuzen und Grabplatten
zu entziffern. Auf der Suche nach ganz besonders alten Inschriften wird
man in Clonmacnoise öfter mal fündig. Und wer es mit Kreuzen
und Kirchenruinen nicht so hat, der setzt sich einfach an das Ufer des
Shannon und lässt die Seele baumeln. Auch das geht hier ganz besonders
gut und ich spreche hier aus Erfahrung.
Eintrittspreis (Stand 2008)
Erwachsene:
6.00 €
Senioren: 4.000 €
Kinder/Studenten: 2.00
Familien: 14.00
Öffnungszeiten
November
- Mitte März: Täglich 10:00 - 17:00.
Mitte März - Mai: Täglich 10:00 - 18:00.
Juni - Mitte September: Täglich 09:00 - 19:00.
Mitte September - Oktober: Täglich 10:00 - 18:00.
Geschlossen
am 25.12.
Hinweis:
Letzter Einlass ist 45 Minuten vor der Schließung
Während der Hochsaison muss man sich auf Wartezeiten einstellen.