Hauptstadt im Grünen
Die
irische Hauptstadt glänzt standesgemäß mit frischer
Luft und viel Grün. Während im historischen Stadtzentrum
der Raum naturgegeben begrenzt ist, glänzt Dublin vor allem
in den Vororten mit weitläufigen Grünflächen
an jeder Ecke.
Doch
wird man selbst in umittelbarer Nähe zum historischen Stadtkern
fündig und das gleich ausgiebig. Mit Phoenix Park
befindet sich in der Hauptstadt sogar einer der größten
Stadtparks weltweit.
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Tatsächlich
ist der Phoenix Park riesig und beliebtes Ausflugsiel an sonnigen
Tagen. Im Park befinden sich Sportstätten und einen Zoo, zur besonderen
Freude der Kleinen laufen Rehe frei herum und auch sonst gibt es allerlei
zu sehen.
Der Park wurde 1797 eingeweiht, hat eine Fläche von 710 Hektar.
Das Besucherzentrum birgt eine kurzweilige Ausstellung über Geschichte
und die Tierwelt des Parks, auch lernt der Besucher etwas über
die Geschichte von Parkanlagen ganz im Allgemeinen. Sie gehen immerhin
über 5000 Jahre zurück.
Direkt neben dem Beucherzentrum befindet sich das frisch restaurierte
Ashtown Castle. Der Turmbau mag mittelalterlich anmuten, stammt
tasächlich aber aus dem 17. Jahrhundert. Man kann es besichtigen,
muss sich aber einer Führung anschließen. Zumindest bisher
wurden Führung und Broschüre leider nur in Englisch angeboten.
Das gilt auch für die Ausstellung im Besucherzentrum.
Im Park befindet sich auch das sogenannte Wellington Monument von Sir
Robert Smirke. Das Monument gilt als höchster Obelisk Europas und
huldigt den Siegen des Iron Duke, der wie wir erfahren in Dublin
geboren wurde. Der Sieger von Waterloo sollte ursprünglich mit
einem noch viel größeren Obelisken geehrt werden, auf dem
als krönender Abschluss eine Reiterstatue des Herzogs thronen sollte,
doch wurde das Projekt wegen fehlender Funde plankorrigiert. Imposant
ist es trotzdem geraten und das allein zählt.
Folgt man vom Trinity College der Grafton Street gelangt man zum St.
Stephens Green. Den Namen hat es von der gleichnamigen Kirche und
ist eine echte Perle im hektischen Treiben der Metropole, ein Ruhepunkt
im täglichen Verkehrchaos der Innenstadt. St. Stephens ist der
wohl vornehmste aller städtischen Parks. Traditionell lustwandelte
hier die Haute Volee von Dublin und auch heute noch ist er umgeben von
exklusiven Adressen wie dem Shelbourne Hotel.
Erstmals auf einem Stadtplan findet sich das Green übrigens im
Jahre 1655. Damals hatten es noch keinen Zaun und war um einiges größer
als heute, etwa 60 Morgen (also rund 15 Hektar). In derart exklusiver
Lage ist das eine Menge Raum und weckte dementsprechende Begehrlichkeiten.
1669 zog man schließlich eine Steinmauer um den Park, vermutlich
um weiteren Stadtentwicklungsprojekten zu Lasten des Parks Einhalt zu
gebieten. Der Park hatte schon in jenen Tagen multifunktionalen Charakter,
so wurde zum Beispiel seine Westseite traditionell für öffentliche
Hinrichtungen genutzt.
Im frühen 19. Jahrhundert folgten weitere Verbesserungen, große
Tore wurden angebracht, der Zutritt war nur noch zahlenden Mitgliedern
gestattet. Dass dieses nicht die Idee eines öffentlichen Parks
ist erkannten auch sozial veranlagte Lokalgrößen wie der
vielleicht bekannteste Ire aller Zeit - Sir Arthur Guinness. Unter anderem
ihm und später Lord Ardilaun ist es zu verdanken, dass der Park
1880 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Ein weiterer Pflichtstop für Parkfreunde ist der National Botanic
Garden. Auf einem Gebiet von fast 20 Hektar - ein Teil davon im
Überflutungsgebiet des Flusses Tolka - findet der geneigte Besucher
eine rund 20.000 verschiedene Arten umfassende Sammlung von Pflanzen.
Dass die nicht alle draußen blühen versteht sich in Anbetracht
der klimatischen verhältnisse von ganz allein, die Lösung
sind zahlreiche ausgesprochen imposante Gewächshäuser. Wie
man hört erfreuen sich besonders Rosen- und Steingarten großer
Beliebtheit, das Arboretum ist auf jeden Fall aber einer der zahlreichen
Höhepunkte in dieser Homage an Duft und Farbe.
Wenig zu sagen - obwohl er als einer der stimmungsvollsten Parks von
Dublin gilt - ist über St. Enda's. In dem ebenfalls von
einer Mauer umgebenen Park wandelt man entlang des Flusses vorbei an
einem kleinen Wasserfall durch das Grün des Parks. Im Herzen von
St. Enda findet der Besucher schließlich das Pearse Museum.
Die
Ausstellungen in der ehemaligen Schule unter Leitung von Patrick Pearse
widmen sich vor allem der Naturkunde. Dem staunenden Auge werden interessante
Exemplare einheimischer Fauna und Flora präsentiert, gelegentlich
auch multimediale Vorführungen mit so verheißungsvollen Namen
wie: This man kept a school. Ich kann nur vermuten, dass es
dabei um Patrick Pearse ging.
Obwohl etwas weiter ab vom Schuss lohnt sich der Besuch des Parks und
wer sich für Botanik und alles in allem nicht ganz so wilde Tiere
interessiert, dem sei auch das Pearse Museum ans Herz gelegt. Man lernt
durch einen Besuch auf jeden Fall eine ganze Menge über Irland.
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