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Connemara

Die Region im Westen Irlands zählt zu den landschaftlichen Höhepunkten der an Attraktionen nun wahrlich nicht armen Insel. Rein technisch gehört sie zum County Galway, grenzt im Norden an County Mayo.

Die Region wird dominiert von den Twelve Bens - zwölf zum Teil über 700 Meter hohe Berge, die sich wie an einer Perlenschnur aufgereiht durch die Region ziehen. Südlich davon befindet sich Streifen mit Heide und Moorgebieten. Durch die ziehen sich einsame Straßen, das Auge weidet sich derweil am imposanten Panorama der Berge. Die Küste wirkt wie ausgefranst. Zwischen den Ränder finden sich immer wieder kleine Inseln, unterbrochen wird die harsche Küste von herzzerreißend schönen Stränden mit feinstem Sand und kristallklarem Wasser.


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Connemara ist Teil des Gaeltacht. Der Name Conamara leitet sich ab von Conmhaicne Mara (Nachkomme von Conmhac). Dabei handelt es sich um eine Seitenlinie der Conmhaicne, benannt nach Conmac ("Sohn des Hundes"), der in der Überlieferung männlicher Nachkomme einer Königin von Connacht war. Wie sich immer wieder zeigt, ist es mit der Herleitung von Ortsnamen so eine Sache in Irland.


Connemara - The Twelve Bens
Blick auf die Twelve Bens in Connemara
Connemara - The Twelve Bens
Wie ein Spiegel - See am Fuße der Twelve Bens in Connemara
Clifden
Blick über Clifden in Connemara

Obwohl das Land schon an die 7000 Jahre bewohnt sein soll, ist es doch überwiegend leer. Connemara ist eine raue und kahle Landschaft. Es gibt kaum fruchtbare Böden, vom Standpunkt des Landwirts ist das Gebiet ohne Wert. Heute gibt es Versuche, Jobs abseits der Tourismus zu etablieren. Ein Beispiel ist die "Universität" von Letterfrack. Hier lernen angehende Tischler ihr Handwerk. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Restauration alter Möbel und man kann wohl davon ausgehen, dass ein "Carpenter" der das kann, auch den Herausforderungen des Berufsalltags gewachsen ist.

Wie arm und gottverlassen die Gegend gewesen sein muss, zeigt, dass seinerzeit selbst die Engländer wenig Interesse an Connemara zeigten. Das hat sich ein ganz klein wenig geändert in der Zwischenzeit. Wenn man sich weniger für die Qualität der Böden und mehr für den landschaftlichen Reiz interessiert, ist Connemara eine der Adressen auf der Grünen Insel.

Entsprechend beliebt ist die Gegend mittlerweile und es entstehen immer mehr so genannte Holiday Homes. Das ist eine Entwicklung, die man überall beobachtet und die sich nicht aufhalten lassen wird.

Die Folgen sind einigermaßen katastrophal. Wer einen Blick auf die Immobilienpreise in Connemara wirft, weiß was ich meine. Es geht die Furcht um vor einer Art kultureller Erosion. Mit dem Problem steht die Region nicht allein da, dabei steht die Gaeltacht eigentlich unter besonderem Schutz. In mancher Hinsicht (zumindest sprachlich) verkörpert sie das wahre Irland. In vielen Ecken sind die Schilder hier noch einsprachig, sprich die Ortsnamen in Englisch sucht man vergebens. Als Touri ist das manchmal ein rechtes Abenteuer, aber man kommt zurecht.

Ob mittelfristig die kulturelle Identität der Gaeltacht zu retten ist, muss offen bleiben. Jemand hat es mal so formuliert: Die reichen Fremden kaufen die einheimischen Armen regelrecht auf. Sie treiben die Preise in die Höhe, Alteingesessene können da bald nicht mehr mithalten. Folge ist, die Jungen wandern ab. Schauen wir mal.


Clifden

Heimliche Hauptstadt der Region ist der Ort Clifden. Er ist ausgesprochen populär bei Touristen und Wochenendausflüglern. Im Ort selbst erschließt sich der Reiz allerdings nur schwer. Zugegeben, er ist malerisch gelegen, umringt von grünen Hügel am Fuße der Bens.

Offiziell hat Clifden nur knapp 2000 Einwohner, an Wochenenden und der Hochsaison dürfte diese Zahl stattlich nach oben gehen. Nicht zu übersehen sind jedenfalls die zahlreichen kleinen Geschäfte mit Nippes und Kunsthandwerk. Dazu gibt es die Schlossruine des Clifden Castle, dem früheren Wohnsitzes von Stadtgründer und ehemaligem High Sheriff of Galway John D’Arcy (1785-1839).

Connemara Sky Road Clifden


Der Blick über die Stadt wird vor allem von den zwei Kirchen dominiert. In der protestantischen Kirche von Clifden steht eine Kopie des Cross of Cong. Ein besonderes Highlight ist der Ponymarkt im August. Dabei handelt es sich um die weltweit größte Schau von Connemara-Ponys. Das offizielle Gründungsdatum der Stadt ist 1809, damit ist Clifden eine der jüngsten Städte der Grünen Insel.

Am besten folgt man zunächst der Sky Road, die einem einen perfekten Blick über den Ort liefert und im weiteren Verlauf auch einige atemberaubende Ausblicke über die windzerfurchte Atlantikküste.


Einen Besuch wert ist der kleine Ort Leitir Fraic (Letterfrack). Der insgesamt eher unscheinbare Ort wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Quäkern gegründet und vielleicht macht das seinen eigenwilligen Charme aus. Nur knapp 15 km von Clifden entfernt, ist er eine ideale Ausgangsbasis um Connemara zu erkunden. Direkt am Ortsausgang liegt zum Beispiel der Eingang zum Besucherzentrum des Connemara Nationalparks, außerdem befindet sich in unmittelbarer Nähe auch eines der Highlights der Region: Kylemore Abbey.

Dabei handelt es sich um die älteste irische Benediktinerinnenabtei, allerdings bedarf das einer kleinen Erläuterung. Was man heute bewundert ist nämlich keinesfalls der Bau aus dem Gründungsjahr 1665, sondern das Schloss von Kylemore. Tatsächlich wurde das Kloster 1665 in Ypern (Belgien) gegründet und siedelte 1682 nach Irland über.

Kylemore Abbey
Kylemore Abbey nahe Letterfrack

Im Jahr 1688 mussten die Nonnen auf Geheiß von König Jakob II. nach Dublin ziehen, zwei Jahre später sogar ganz verschwinden. Sie kehrten nach Ypern zurück und blieben dort für über 200 Jahre. Belgien verließen die Nonnen erst am Anfang das 20. Jahrhunderts wieder und das hatte weniger mit missionarischem Eifer zu tun sondern ganz praktische Gründe. Die Abtei in Ypern wurde im Ersten Weltkrieg zerstört. Über England zogen sie zuerst in den County Wexford im Südosten Irlands, schließlich nach Connemara. Im Dezember 1920 ließen sich die Nonnen endlich im Schloss von Kylemore nieder, dass nebst umfangreichen Grundbesitz von den alten Besitzern erworben wurde.

Das Schloss selbst wurde zwischen 1867 und 1871 erbaut von Mitchell und Margaret Henry. Viel Freude hatten sie allerdings nicht daran. Margaret Henry starb 1874 - also nur knapp drei Jahre später - in Ägypten. Ihre sterblichen Reste wurde nach Kylemore zurückgebracht und im Mausoleum begraben. Mitchell Henry widmete ihr zu Ehren eine kleine Kirche.

1903 verkaufte Mitchell Henry das Schloss schließlich. Die neuen Eigentümer waren der Herzog und die Herzogin von Manchester. Denen wird es dort auch nicht lange gefallen haben. Immerhin brodelte es im Land und die Engländer zählten sicher nicht zu den beliebtesten Nachbarn der Gegend. Da mag es ihnen Recht gewesen sein, als das Benediktinerinnenkloster auf der Suche nach einer neuen Bleibe war. Sie verkauften das Schloss und 10.000 Hektar Land für die stattliche Summe von rund 45.000 Pfund.

Nicht versäumen sollte man den viktorianischen Garten. Er liegt rund 1,5 Kilometer von der Abtei entfernt. Wiederöffnet wurde er im Jahr 2000.

 





 


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