Der Ring of Kerry
Der
Ring of Kerry ist die wohl bekannteste Rundtour Irlands. Es
handelt sich dabei um eine schmale Küstenstraße,
die um eine der landschaftlich schönsten Halbinseln ganz
Irlands herum führt.
Die insgesamt gut 170 Kilometer vorbei an spektakulären
Hügel und einmalig schönen Stränden zählen
zu Pflichtveranstaltungen eines jeden Irlandtouristen. Das Problem
liegt auf der Hand: In der Hochsaison ist auf dem Ring of Kerry
der Teufel los. Wer es einsam mag, macht einen großen
Bogen um die Halbinsel.
|
|
Navigation:
- Achill
- Bru na Boine
-
County Donegal
- Malinhead
- Irische Riviera
- Connemara
- Dingle
- Ring of Kerry
- Home
|
Es
gab eine Zeit, da war es unausgesprochenes Gesetz, die Halbinsel nur
in eine Richtung zu umfahren. Das war, bevor die N70 ausgebaut wurde.
Man bekam es einfach mit der Angst zu tun, wenn man auf der schmalen
Landstraße einem Bus begegnete. Und das liegt nicht nur daran,
dass ich Busfahrern per sé böse Absicht unterstelle. Viele
von diesen sogenannten Profis dürften in Deutschland noch nicht
einmal einen PKW führen, geschweige denn einen voll besetzten Bus.
Schweifen wir nicht ab. Etwas besser ist es mittlerweile geworden, obwohl
es immer noch ein oder zwei Stellen gibt, an denen man lieber links
ran fahren sollte, wenn sich einer der zahllosen Ausflugsbusse nähert.
Was sich nicht geändert hat ist, dass die Busse von Norden starten.
Wenn man sich nicht in deren endlose Reihe eingliedern möchte,
sollte man im Uhrzeigersinn fahren, also von Kenmare starten statt von
Killorglin.
Wirklich helfen tut es natürlich nicht und mir - wie den meisten
Irlandfans - geht der Spaß ab, wenn ich mich in freier Natur unter
Menschenmengen mischen soll. Am besten fährt man also außerhalb
der Saison. Leicht gesagt, ich weiß.
Der Ring of Kerry das ist die Iveragh Halbinsel in Irlands
Südwesten und sie bietet fast alles, was das Herz begehrt: Berge,
Seen, Strand und Steilküste, charmante kleine Ortschaften und ein
wenig Geschichte. Die Straße entfernt sich nie wirklich weit von
der Küste, immer wieder eröffnen sich atemberaubende Ausblicke.
Zum Glück gibt es zahlreiche Parkplätze und Haltbuchten, ansonsten
würde sicher bald das totale Chaos ausbrechen, wenn Autofahrer
mit gezückter Kamera die landschaftliche Schönheit der Gegend
einzufangen versuchen.

Abseits der Straßen
ist man auch mal ungestört |

Erwandert man
den Ring of Kerry erlebt man Natur pur |
Als
Highlights - neben der spektakulären Landschaft - gelten die Gegend
um Killarney, der Aussichtspunkt Ladies View mit einem schönen Blick
über den oberen See des Nationalparks und die verschiedenen, teils
schön restaurierten Steinforts. Wie eigentlich immer ist diese Liste
reine Geschmackssache. Ich habe die schönsten Ecken abseits der Hauptstrecke
gefunden, in einem Reiseführer tauchen die allerdings nicht auf.
Man sollte einfach seinem Gefühl folgen. Ich gebe zu, dass es auch
ein wetter- und zeitabhängig ist. Ich hatte wohl einfach Glück,
auf den Bildern kann man das vielleicht erahnen.
Wer
die 170 Kilometer nicht in einem Stück abreißen will, kann
sich auf halber Strecke einquartieren. Mir persönlich hat Waterville
recht gut gefallen. Es liegt an der Ballinskelligs Bay. Es mag ein wenig
touristisch daherkommen, im Endeffekt sind wir aber genau das: Touristen.
Ich mag ja auch das Wort "Zielgruppe".
Die Einheimischen
sind nett und Waterville hat einen gewissen Ruf als Anlaufpunkt für
Feinschmecker. Auf welches Restaurant sich dieser Ruf gründet,
habe ich nicht herausfinden können, mein ganz persönliches
Abendmahl war eher mittelprächtig. Der Sonnenuntergang war dagegen
sehr schön und das abendliche Pint gemütlich. Was will man
mehr?
Für
Wanderer ist der Ring ein Schmankerl. Der Kerry Way ist der
längst ausgeschilderte Wanderweg der Republik, stolze 215 Kilometer.
Er führt durch unterschiedlichstes Gelände und einige der
schönsten Ecken Irlands. Wegen anhaltender Querelen mit den Landbesitzern
sind die höchsten Gipfel der Grafschaft allerdings ausgespart.
Das ist schade aber nicht zu ändern. Für Flachländer
wie mich ist das ohnehin eine gute Nachricht.
Ich
will es hier gar nicht schön reden. Der Ring of Kerry ist eine
Touristenattraktion mit all ihren Schattenseiten. Es gibt jedoch etliche
schöne Seitenstraßen, die dann auch erheblich weniger befahren
sind. Für Radler empfohlen ist die Strecke durch das Black Valley,
eine Route um den Ring ist darüber hinaus ausgeschildert. Sie folgt
in der Hauptsache den alten Straßen.
Wer den
Ring wirklich genießen will, sollte sich an die Wanderwege halten
oder einfach im Winter kommen. Da sind dann zwar die meisten Restaurants
und Hotels geschlossen, dafür ist der Ring dann aber auch busfrei.
Wie sagt man so schön? Wer das Eine will, muss dass Andere mögen.
