Die
Venus von Willendorf (links) imponiert weniger mit schönheit
als mit deftiger Rundlichkeit. Die mächtigen Brüste lassen
eigentlich keine Zweifel aufkommen, worum es hier ging. Zumindest
nach unserem Verständnis symbolisiert sie Fruchtbarkeit. Mit
einem Alter von 20 bis 25.000 Jahren ist sie zudem eine der ältesten
Plastiken überhaupt. Es
gibt mehrere vergleichbare Darstellungen, einige sind in ihrem Programm
sogar noch expliziter. So findet sich bei der Venus von Monpazier
(rechts) ein Zapfen in der geöffneten Vulva. Wurde hier vielleicht
der Moment der Geburt dargestellt?
Im
Prinzip wissen wir natürlich nicht, ob es sich um Objekte der
Verehrung oder vielleicht doch der Begierde handelt. Wenn es stimmt,
dass den Männer der Gravettien (Kulturstufe der jüngeren
Altsteinzeit) der Zusammenhang zwischen Sex und Schwangerschaft noch
nicht aufgefallen war, mögen die Tonstatuetten tatsächlich
ihr ehrliches Erstaunen über jenes Wunder der Geburt zum Ausdruck
bringen. Immerhin würde es erklären, warum es aus der Zeit
keine männlichen Figuren gibt.
Bildnachweis:
Quelle unbekannt