|
Wissenswertes über Irland
Eine alte Regel sagt, man kann nie zu viel wisssen und so habe
ich hier ein paar wissenswerte und vor allem nützliche Informationen
zu Irland zusammengetragen.
Sollten sie hier etwas vermissen, einfach per E-mail anfragen,
ich schaue dann, was ich dazu herausfinden kann.
|
|
Navigation:
-Preise
-Im Pub
-Rauchverbot
-Wilde Tiere
-Sicherheit
|
Preise
Das leidige Thema Geld - Irland ist nicht billig, das stimmt. Viele
Sachen sind teurer als in Deutschland, allerdings hat sich seit der
Einführung des Euro dieses Verhältnis erheblich gebessert.
Während in Deutschland die Preise kräftig angezogen haben,
sind sie in Irland eher gefallen. Es gibt natürlich Ausnahmen,
der Faktor 2,5, den ich früher immer angegeben habe, stimmt jedenfalls
nicht mehr.
Erfreulich zum Beispiel sind die Benzinpreise. Sie liegen im Schnitt
mindestens zwanzig Eurocent unter denen in Deutschland. Da macht es
richtig Spaß zu fahren.
Nicht ganz so erfreulich sieht es bei Grundnahrungsmitteln aus, ganz
sooo schlimm ist es aber auch nicht mehr. Die folgende Preisliste stammt
aus dem September 2006 und bezieht sich auf einen Lidl-Markt. Der ist
mit Abstand die beste Option in Irland. Besonders beim Preis-Leistungs-Verhältnis
hängt er alle anderen ab und das gilt nicht nur für Tesco
und Co. sondern auch für Spar und Aldi, die in Irland durchaus
auch vertreten sind.
Artikel
|
Preis in €
|
- Toastbrot
- Sonnenblumenkernbrot
- Milch (1,5 Liter)
- Salami (eine ganze)
- Ein Päckchen Wiener
- ein Päckchen Nürnberger
- Schinken 100 g
- Pizza (Salami 3er-Pack)
- Limonade (1,5 Liter)
- Klopapier
|
- 0,49
- 1,79
- 1,19
- 3,99
- 2,79
- 2,25
- 1,99-3,45
- 4,69
- 0,79
- 1,99
|
Ausgesprochen unerfreulich sind die Preise für Zigaretten, Tabak
und Alkohol. Ein Päckchen Zigaretten kostet mittlerweile über
7 Euro am Automaten. Das ist Raub. Ein Päckchen Tabak 12,5 Gramm
hat bei meinem letzten Versuch etwa 4,25 Euro gekostet. Das ist aber
ein paar Jahre her. Wo der mittlerweile steht, weiß der Himmel.
Das billigste und übelste Dosenbier im Off-Licence liegt klar über
einem Euro, bei Lidl bekommt man ein Viererpack Excelsior für
3,55 Euro. Das ist mit weitem Abstand das billigste Angebot überhaupt,
allerdings ist nun es wahrlich kein Trinkgenuss.
Wer hierher in den Urlaub kommt, sollte sich den Kofferraum vollpacken,
eine andere Empfehlung kann ich da einfach nicht geben.
... zurück nach oben
Ein Abend im Pub
Ein
Abend im Pub kann - je nachdem was man verträgt - einigermaßen
ruinös enden. Ein Preisvergleich lohnt sich durchaus. Im County
Donegal kostet ein Pint Guinness im Schnitt 3,40 Euro, in Dublin sind
es bis zu fünf. Das hört sich nicht sooo viel an, vergleicht
man es zu den Preisen in einem Irish Pub in Deutschland, allerdings
muss man berücksichtigen, dass Guinness in Irland das preiswerte
Bier ist. Vergleicht man den Preis mit dem einer lokalen Molle in zum
Beispiel Berlin, ist der Unterschied dann schon beträchtlich.
Dafür stimmt in Irland die Stimmung und daran hat auch das Rauchverbot
nichts geändert. Geholfen hat, dass es in vielen Pubs mittlerweile
recht lauschige Raucherecken gibt. Die ganz große Begeisterung
kommt bei mir zwar immer noch nicht auf, aber man gewöhnt sich
dran.
... zurück nach oben
Buchtip:
Ralph-Raymond Braun - Irland
__________________________________________
Wer
mit Büchern aus dem Michael Müller-Verlag reist,
will sich weniger führen als inspirieren lassen. Nicht nur
in dieser Hinsicht ist das kleine Irland-Büchlein von Ralph-Raymond
Braun ein würdiges Mitglied der Reihe.
Der Autor geht im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Entdeckungsreise.
Was ist dran an den Geschichten über die grüne Insel?
Gibt es wirklich in jedem Dorf ein Pub?, Ist das irische Essen wirklich
so grausam? und Wie steht es mit den legendären und oft beschworenen,
irischen Kneipenphilosophen?
Zusammen
mit dem Autoren streift der Leser durch die Lande, bewundert herrlich
Landschaften, erkundet düstere Hinterhöfe und trifft sonnige
Gemüter. Die Lektüre will aber nicht nur unterhalten,
mit Brauns Büchlein in der Hand kann der Irland-Anfänger
sich manches Ungemach ersparen.
Testurteil:
Ein Muss
Preis: 22,90 Euro
Direkt
beim Verlag und versandkostenfrei bestellen!
Das Rauchverbot
Als erstes Land in Europa wurde in Irland das allgemeine Rauchverbot
eingeführt und wie die Sache steht, gucken sich andere Länder
diesen Unfug ab. Im Gegensatz zu zum Beispiel England, wo das Rauchverbot
sich auf Lokale bezieht, die Essen servieren, gilt es in Irland überall.
Sobald man einen geschlossenen Raum betritt, in dem gearbeitet wird,
bleibt die Kippe aus. Das gilt leider auch für Pubs.
Die Bezeichnung "geschlossener Raum" bietet immerhin Raum
für Interpretation und so gibt es an vielen Pubs mittlerweile Anbauten,
wo man seinem Laster fröhnen kann. Dass die "offen" sind,
erschließt sich einem erst auf den dritten Blick, meistens wird
irgendwo ein Schlitz gelassen und das war es.
Viele dieser Raucherzimmer haben Heizungen und man sitzt ganz bequem.
Die Schilder - Alkoholkonsum verboten - kann man getrost ignorieren,
in einigen dieser "Raucherecken" wird sogar serviert.
Wie hoch genau der wirtschaftliche Schaden ist, der durch die Einführung
des Rauchverbotes entstanden ist, wird wohlweislich verschwiegen, er
scheint aber beträchtlich zu sein. Das bezieht sich nicht nur auf
die Steuereinnahmen auf Tabak, sondern zieht ziemlich weite Kreise.
Die Pubs kämpfen mit erheblich höheren Kosten bei gesunkenen
Einnahmen, die Leute gehen nämlich weniger weg. Dem Staat entgehen
neben den direkten Steuern auf Tabak - die Leute rauchen tatsächlich
weniger - auch Einnahmen aus dem gesunkenen Konsum.
Dass neuerdings überall Kippen rumliegen ist noch eines der kleineren
Übel, dass die Leute weniger krank werden, kann ich mir bei dem
Sauwetter echt nicht vorstellen. Ein Aspekt wird bisher konsequent übersehen.
Wenn die Leute wirklich aufhören zu rauchen, werden auch erheblich
höhere Kosten auf die Rentenkassen zukommen. Das hat glaube ich
noch niemand realisiert, die Quittung kommt also später. Dafür
hat die Politik wenigstens in dieser Hinsicht ein ruhiges Gewissen und
dafür ist bekanntlich ja kein Preis zu hoch.
Im Irish Independent las ich kürzlich übrigens einen
sehr unterhaltsamen Artikel. Dort wurde festgestellt, dass seit Kurzem
ein Sinneswandel in Irland konstatiert werden muss. Demnach hat die
veränderte Wahrnehmung des eigenen Wohlstandes dazu geführt,
dass die Leute weniger gesellig sind, sprich ins Pub gehen. Das diese
"veränderte Wahrnehmung" ziemlich exakt einsetzte, als
man das Rauchverbot einführte, wird natürlich nicht erwähnt.
Eigentlich ging es in dem Artikel auch um eine Steuersenkung auf Softdrinks.
Irland hält nach wie vor den Europa- respektive Weltrekord im sogenannten
binge drinking (exzessives Saufen) und die Hersteller von Wasser
und Limonade machen dafür die hohen Preise für antialkoholische
Getränke verantwortlich. Dass es mittlerweile billliger ist, auf
die Kanaren zu fliegen und sich da die Rübe voll zu hauen, als
einen Abend in der Temple Bar zu verbringen, wird geflissentlich übersehen,
doch das ist typisch. Bei uns ist dieses Phänomen als selektive
Wahrnehmung bekannt.
... zurück nach oben
Wilde Tiere
Wirklich gefährliche Tiere gibt es in Irland nicht, zu einem handfesten
Ärgernis können sich allerdings fliegende kleine Blutsauger
entwickeln. Es gibt mehrere verschiedene Sorten von Mücken, besonders
in den Hochmooren und feuchten Wiesen können sie zur echten Plage
werden. Wer mit dem Zelt unterwegs ist, sollte Autan oder etwas
ähnliches mithaben. Immerhin übertragen blutgierigen kleinen
Monster meines Wissens keine Krankheiten.
Während man vor der Ostküste eine Menge Delfine findet, scheint
es Haien hier zu kalt zu sein. Soweit mir bekannt, sind die Gewässer
einigermaßen sicher. Aufpassen muss man allerdings im Bezug auf
Strömungen. Wer einen Bootsausflug plant, sollte dringend den lokalen
Wetterfrosch befragen. Dass in einem Moment die Sonne scheint, bedeutet
nicht, dass es auch so bleibt. Das Wetter kann schnell umschlagen und
mit dem Atlantik ist nicht zu spaßen. Leider gibt es immer wieder
Unfälle, die Seenotrettung kann oft nicht mehr helfen.
... zurück nach oben
Preiswerte Umzüge und
Beiladungen innerhalb Europa. Zum Beispiel von Deutschland nach Irland.
Sicherheit
Während in vielen Ländern der Staat seine Sorgfaltspflicht
sehr ernst nimmt und alles absperrt, was gefährlich werden könnte,
sieht man das in Irland nicht so eng. Selbst an Besuchermagneten wie
den Cliffs of Moher gibt es so gut wie keine Absperrungen. Immer wieder
schaffen es unvorsichtige - vielleicht sollte man besser sagen blauäugige
- Menschen, die ganz offensichtlichen Gefahren zu ignorieren und abzustürzen.
Im
Falle der Cliffs reicht die Grasnarbe bis direkt an die Steilwand und
selbst dem größten Idioten müsste eigentlich klar sein,
dass ein wenig Abstand nicht schaden kann, trotzdem sieht man immer
wieder Leute, die bis ganz an den Rand treten. Das muss nicht gefährlich
sein, allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass a) nasses Gras
rutschig ist und b) Windböen gelegentlich recht spontan auftauchen.
Bei einem meiner letzten Besuche dort, hatte es zum wiederholten Male
jemand geschafft, die Warnhinweise in den Wind zu schlagen. Die Seenotrettung
konnte wie eigentlich fast immer, nur noch die Leiche bergen. Unfälle
wie diese passieren jedes Jahr und das bezieht sich nicht nur auf die
Cliffs of Moher.
Den Pfad auf die Slieve League - mit fast sechshundert Metern die höchsten
Klippen Europas - sollten wirklich nur Leute besteigen, die höhenresistent
sind. Der Pfad führt in wahrlich schwindelerregende Höhen,
stellenweise ist er zu beiden Seiten steil abfallend und wirklich gerade
einmal breit genug für eine Person. Besonders bei schlechtem Wetter
sollte man auf diesen Kick verzichten.
Ein weiteres Beispiel ist Malin Head, der nördlichste Punkt Irlands.
Auch hier sucht man Absperrungen vergebens, entsprechend vorsichtig
sollte man sich den steilen Klippen nähern. Aus ein paar hundert
Metern Höhe fällt man auch auf Wasser wie auf Beton.
Ein kleines Update:An den Cliffs of Moher gibt es mittlerweile
eine Absperrung, allerdings wurde da das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Ich habe mich darüber schon an anderer Stelle echauffiert, wer
mehr wissen möchte, liest
bitte hier. Ich weiß, mir kann man es nie recht machen.
... zurück nach oben