Reiseführer Dublin



Nahverkehr Dublin


Der Nahverkehr Dublins gehört, obwohl die Hauptstadt Irlands eine der reichsten Städte der Welt sein soll, zu den schlechtesten öffentlichen Verkehrssystemen in Europa. Das Rückrad des Dubliner Nahverkehrs sind Busse. Schienengebundene Verkehrsmittel sind nach wie vor kaum vorhanden. In die Vororte entlang der Küste verkehrt eine veralterte S-Bahn namens DART, die für ihre Langsamkeit und Überbelastung in der Rush-Hour berüchtigt ist.

In Jahre 2004 wurden in Dublin die ersten beiden Straßenbahnlinien eröffnet. Das System nennt sich LUAS. Es wurde bei der Eröffnung als als ein neues, hypermodernes Verkehrmittel gefeiert. Die LUAS ist aber lediglich eine normale Straßenbahn, die in der Innenstadt an vielen Stellen keine eigene Trasse hat und somit ziemlich lahm ist. Zudem sind die beiden Linien nicht miteinander verbunden. Will man im Zentrum zwischen der roten und der grünen Linie umsteigen, muß man etwa 10-15 Minuten zu Fuß gehen. Warum die beiden Linien keine Verbindung haben konnte mir niemand erklären.

Die DART verkehrt in die Vororte Dublins entlang der Küste. Im Süden ist die Enthaltestellte Greystones, mit Norden teilt sich die Linie außerhalb Dublin in zwei Linien auf. Die eine führt nach Howth, die andere nach Malahide. Obwohl das Verkehrmittel für mitteleuropäische Verhältnisse höchstens ein Bummelzug ist, sollte man als Tourist einen Ausflug mit der DART machen. Vor allem die Strecke in Richtung Süden, entlang der grünen Steilküste, ist ein Erlebnis für Eisenbahnromantiker. Neben der DART gibt es noch Nahverkehrszüge, die, ähnlich wie eine S-Bahn, in die Vororte von Dublin fahren. Diese Strecken sind größtenteils nicht elektrifiziert (Dieselloks). Die Vorortzüge und die DART werden von der selben staatlichen Gesellschaft betrieben.

   
Links: LUAS-Straßenbahn ;  Rechts: Typische Doppeldecker (© Steeve ROCHE - Fotolia.com)

Die Busse fahren in Dublin fast überall hin und sind nach wie vor das Herzstück des Dubliner Nahverkehrs. In der Innenstadt sind es fast ausschließlich Doppeldeckerbusse. Der beste Platz ist oben in der ersten Reihe, quasi über dem Fahrer. Vorsicht: Wegen der Linksverkehrs in Irland halten die Busse an der "falschen" Straßenseite. Informationsschalter gibt es kaum, die Aushänge sind verwirrend. Die Fahrer der Busse sind jedoch meist sehr hilfsbereit.

Die meisten Touristen sind entgültig verärgert, wenn sie den Tarifdschungel des Nahverkehrs Dublin verstehen möchten. Ein großes Problem ist, dass die DART, LUAS und Busse voneinander unabhängige Gesellschaften sind. Die meisten Tickets gelten nur für eines der Verkehrsmittel, Informationen über Anschlüsse bekommt man nicht. Für die LUAS und die DART gibt es an den Haltestellen Ticket-Automaten, für die Busse zahlt man in bar beim Fahrer. Aufpassen: Hat man den Fahrpreis nicht passend, bekommt man statt Restgeld einen Gutschein, den man in einem Büro der Busgesellschaft theoretisch wieder in Bargeld umtauschen kann. Hat man keine Zeit oder Lust dieses Büro zu suchen, ist das zuviel bezahlte Geld futsch. Der Fahrpreis hängt in den Bussen von der Fahrstrecke ab, das Preissystem ist äußerst kompliziert. Gegen 24 Uhr ist spätestens Feierabend. Nachtbusse gibt es in der 1-Million-Einwohner-Stadt Dublin nur am Wochenende. Zudem kostet eine Nachtbusfahrt 5 Euro. Man kann in den Nitelink-Bussen nur mit Münzen bezahlen, also man kann die 5 Euro nicht einmal mit einem 5-Euro-Schein begleichen!

Es gibt aber auch einige gute Nachricht über den Nahverkehr von Dublin: Wenn man als Tourist eine Unterkunft im Zentrum von Dublin hat, braucht man den Nahverkehr eventuell überhaupt nicht. Das Zentrum ist nicht besonders groß, man kann zwischen den Sehenswürdigkeiten und Einkaufsstraßen locker zu Fuß gehen. Zwischem dem Flughafen Dublin und der Innenstadt verkehren viele Busse, die nicht allzu teuer sind. Wer sich nicht auskennt, sollte immer die O' Connell Street anpeilen. Hier befindet man sich direkt im Zentrum, fast alle Buslinien von Dublin und die rote Linie der LUAS treffen sich hier. Taxis gibt es in Dublin genug, die Fahrpreise sind leicht höher als in Deutschland. Die Taxifahrer sind in der Regel ehrlich und fahren unaufgefordert mit Taxameter.

Namen von Haltestellen, Schilder und Durchsagen sind in Dublin zunehmend zweisprachig in englisch und irisch. Vor allem die komplizierten Ortsnamen und Straßennamen in der sehr fremd klingenden irischen Sprache macht die Orientierung für Touristen nicht gerade einfacher. Dies mag zwar die nationalistischen Gefühle einiger Iren befriedigen, aber einen praktischen Sinn hat das eigentlich nicht. Es gibt im Land kaum jemand, der besser irisch als englisch kann.